MS kann alle Regionen des ZNS betreffen. Je nachdem, welche Region von der Entzündung betroffen ist, können Patient*innen mit der gleichen Erkrankung unter ganz unterschiedlichen Symptomen leiden. MS wird deshalb auch als die „Krankheit mit den tausend Gesichtern“ bezeichnet.
Erste MS-Symptome sind oft Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, z. B. Taubheit oder ungewohntes Kribbeln. Außerdem kann sich MS auch durch extreme Erschöpfung oder Sehstörungen auf einem Auge äußern. Weitere mögliche Anzeichen sind Gedächtnisprobleme, gestörte Bewegungskoordination, depressive Verstimmung bis hin zu Depressionen sowie Gehstörungen z.B. durch Muskelsteifigkeit.
Die meisten Betroffenen, leiden an einer schubförmigen MS, die – wie der Name schon sagt – in sogenannten Schüben verläuft. Ein Schub ist dabei das plötzliche Auftreten neuer oder die starke Verschlimmerung bereits bestehender Symptome, die mindestens 24 Stunden anhalten. Danach bilden sich Symptome meist innerhalb von sechs bis acht Wochen ganz oder nur teilweise zurück (die sogenannte Remission). Schübe sind ein Zeichen dafür, dass die Erkrankung aktiv fortschreitet, und erhöhen die Wahrscheinlichkeit für bleibende Behinderungen stark. Das erste Ziel von MS Therapien ist es daher, Krankheitsaktivität zu unterbinden.
Doch nicht jede Veränderung im Verlauf der MS macht sich sofort deutlich bemerkbar. Oft sind es kleine Veränderungen im Alltag, wie stärkere Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Anpassungen gewohnter Abläufe, die wichtige Hinweise geben können. Daher lohnt es sich, regelmäßig bewusst auf den eigenen Körper und Alltag zu achten, Veränderungen zu dokumentieren und diese mit dem Behandlungsteam zu besprechen. Die MS-Check-in-Fragen helfen dabei, Beobachtungen frühzeitig wahrzunehmen und gut vorbereitet in das nächste Arztgespräch zu gehen. Mehr dazu erfahren Sie unter „Du kennst deine MS am besten“.