CO₂-freie Dampferzeugung in Kundl und Schaftenau bringt Novartis Österreich einen Schritt näher zu Netto-Null-Treibhausgasemissionen
Wie gelingt es, einen der größten Industriestandorte Tirols, der rund um die Uhr enorme Mengen Dampf zur Entwicklung und Herstellung innovativer Medikamente benötigt, nahezu CO₂-frei zu betreiben? Vor dieser Frage standen die Teams von Novartis Österreich in Kundl und Schaftenau. Mit der Inbetriebnahme von zwei hochmodernen Dampfkesselanlagen im Herbst 2025 in Kundl beziehungsweise im Frühling 2026 in Schaftenau haben sie eine Lösung geschaffen, die jährlich rund 20.600 Tonnen CO₂ einspart und die Tiroler Novartis Standorte einen entscheidenden Schritt näher an Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2040 bringt: Durch die neuen Anlagen konnten die Emissionen aus dem eigenen Betrieb sowie eingekaufter Energie bereits jetzt auf nahezu Netto-Null reduziert werden.
Dampf: Die unsichtbare Lebensader der Standorte
Dampf ist in der pharmazeutischen Produktion unverzichtbar. Er sterilisiert Anlagen, temperiert Produktionsprozesse, sorgt für Reinraumbedingungen und beheizt Gebäude – und bildet somit die Grundlage, um Patient*innen weltweit mit innovativen Arzneimitteln zu versorgen.
Bisher wurde dieser Dampf in Kundl und Schaftenau durch die Verbrennung von Erdgas erzeugt. Die neuen Dampfkessel – zwei in Kundl und drei in Schaftenau – werden mit Strom betrieben und ersetzen so den bisherigen Einsatz von Erdgas. Ein minimaler Erdgas-Einsatz bleibt lediglich für einen potenziellen Notbetrieb der Anlagen erforderlich und gilt gemäß den internationalen Standards des Greenhouse Gas Protocol als technisch unvermeidbar. Der benötigte Strom stammt überwiegend aus Wasserkraft sowie teilweise auch aus Photovoltaikanlagen.
„In Schaftenau kann das Werk durch die neue Anlage vollständig auf Erdgas verzichten, am Campus Kundl werden sämtliche Novartis-Produktionsanlagen mit CO₂-freiem Dampf bedient”, gibt Mathias Fiedelak, Energiemanager und Projektleiter in Schaftenau, einen Überblick.