Warum manche Frauen an Brustkrebs erkranken und andere nicht, ist bis heute ungeklärt. Es gibt einige Faktoren, wie bestimmte Fehler im Erbgut, das Alter (über 50 Jahre) oder gutartige Brustdrüsenveränderungen, die das Krankheitsrisiko erhöhen. Eine regelmäßige und sorgfältige Kontrolle der Brust durch die Frau selbst und durch ihren Arzt ist das beste Mittel, um eine Geschwulst rechtzeitig zu erkennen.

Diese Vorsorge ist wichtig, denn im frühen Stadium sind die Heilungschancen viel größer als bei fortgeschrittener Erkrankung.

Frauenpower für Brustkrebs

Patientinnenmaterial

Unser Projekt „Frauenpower für Brustkrebs – Powerfrauen gegen Brustkrebs“ soll die Gesundheit von Frauen in den Mittelpunkt stellen und Brustkrebspatientinnen stärken.

Dafür haben wir österreichische Brustkrebsexpertinnen vor das Mikrofon gebeten und eine Podcast Serie von Frauen für Frauen kreiert. Unsere Ärztinnen geben Antworten zu relevanten Themen rund um Brustkrebs. Denn - “Die richtige Therapie zur richtigen Zeit spielt bei der Behandlung eine besonders wichtige Rolle.”

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Frauenpower für Brustkrebs

Zwei Frauen im Gespräch

Ein Mammakarzinom verursacht normalerweise keinerlei Schmerzen oder sonstige typische Beschwerden. Dies gilt insbesondere im Frühstadium und birgt leider die Gefahr, dass die Krankheit erst spät erkannt wird.

Es gibt aber einige Anzeichen, die auf Krebs hindeuten können. Die sind:

  • Alle neu aufgetretenen Knoten, Verdichtungen oder Verhärtungen in der Brust
  • Schwellung der Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Bisher nicht aufgefallene Form- oder Größenunterschiede der Brüste
  • Veränderungen einer Brustwarze und des Warzenvorhofs
  • Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze, insbesondere wenn es sich um blutiges Sekret handelt und einseitig auftritt
  • Einziehungen der Brustwarze oder der Brusthaut an einer bestimmten Stelle, insbesondere beim Anheben der Arme
  • Neu auftretende, nicht abklingende Hautrötung oder -schuppung, die schmerzen kann, aber nicht muss
  • Einseitige brennende Schmerzen oder Ziehen im Bereich der Brust

Jede Frau, die eine der genannten Anzeichen bei sich entdeckt, sollte ohne großes Zögern zum Frauenarzt gehen. Dabei ist hilfreich zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine gutartige Veränderung handelt, weitaus größer ist als die eines Mammakarzinoms. Definitive Sicherheit bietet aber nur die sorgfältige Abklärung durch einen Facharzt.

Nachdenkliche Frau bei der Hausarbeit

Die Brustkrebsdiagnostik hat zwei Ziele. Zunächst muss definitiv abgeklärt werden, ob es sich bei einer verdächtigen Veränderung der Brust – egal ob sie beim selbstständigen Abtasten oder durch den Arzt entdeckt wurde – um einen gutartigen Tumor oder um ein Mammakarzinom handelt.

Bestätigt sich letzteres, ist es wichtig zu ermitteln, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet. Weiters fließen auch Faktoren wie Alter, Komorbidität, Menopausenstatus, Hormonrezeptor- und Wachstumsfaktor (Her2/neu)-Positivität und Differenzierungsgrad des Tumors in die Planung der Therapie ein.

Um all diese auch im Hinblick auf die Prognose wichtigen Fragen zu beantworten, wird bei Verdacht auf ein Mammakarzinom in folgenden Schritten vorgegangen:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Bei einem ausführlichen Gespräch mit der Patientin erkundigt sich der Arzt/die Ärztin nach den aktuellen Beschwerden und nach der Krankengeschichte. Außerdem muss er oder sie wissen, ob Risikofaktoren für ein Mammakarzinom vorliegen, also ob die Frau hormonell verhütet, eine Hormonersatztherapie erhalten hat oder ob es in ihrer Familie bereits Brustkrebsfälle gab.

Bei der körperlichen Untersuchung steht die Inspektion und die Tastuntersuchung der Brüste sowie Achselhöhlen im Mittelpunkt. Findet der Arzt beim systematischen Abtasten der Brust Verhärtungen oder Knoten, werden Größe, Form, Konsistenz, Abgrenzbarkeit und Verschieblichkeit gegen das umliegende Gewebe sowie Schmerzempfindlichkeit überprüft und dokumentiert.

Ultraschalluntersuchung und Magnetresonanztomographie

Beide Verfahren werden ergänzend zur Mammographie eingesetzt und können bei bestimmten Fragestellungen und unklaren Mammographiebefunden wichtige Zusatzinformationen liefern. Zur alleinigen Abklärung von Veränderungen der Brust sind sie nicht geeignet. Bei Frauen unter 40 Jahren, Schwangeren und stillenden Müttern empfehlen die Leitlinien, zunächst eine Ultraschalluntersuchung durchzuführen. Lautet der Befund eindeutig gutartig, kann dadurch die mit der Mammographie einhergehende Strahlenbelastung vermieden werden. Auch bei Frauen, deren Brust sehr dicht und deshalb in der Mammographie schwerer zu beurteilen ist, sollte ergänzend eine Sonographie durchgeführt werden.

Biopsie

Die Biopsie ist unabdingbar, um definitiv feststellen zu können, ob eine verdächtige Veränderung der Brust bösartig ist. Dabei werden Gewebeproben mit Hilfe von Hohlnadeln aus der Brust entnommen und anschließend im Labor untersucht.

Die sogenannte geschlossene Biopsie wird in lokaler Betäubung vorgenommen, verursacht kaum Schmerzen und hat abgesehen von gelegentlichen Blutergüssen nur selten Nebenwirkungen. Deshalb kann dieses Diagnoseverfahren ambulant durchgeführt werden.

Anders bei der offenen Biopsie: Dabei handelt es sich um einen operativen Eingriff, der meist unter Vollnarkose vorgenommen wird und in aller Regel erfordert, dass die Patientin über Nacht im Spital bleibt. Ihr Einsatz beschränkt sich inzwischen auf Fälle, in denen geschlossene Biopsieverfahren kein eindeutiges Ergebnis gebracht haben. Anschließend werden die Gewebeproben im Labor untersucht. Finden sich unter dem Mikroskop Krebszellen, gilt die Diagnose Mammakarzinom als gesichert. Eigenschaften des Tumors werden näher bestimmt und im Rahmen des sogenannten Gradings wird ermittelt, wie schnell sich die Krebszellen teilen. Ein gerade im Hinblick auf die Therapie wichtiges Kriterium ist auch der Hormonrezeptorstatus.

Ergänzende Untersuchungen

Steht die Diagnose "Mammakarzinom" fest, müssen oft noch weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Sie dienen in erster Linie zur Feststellung, ob sich der Krebs bereits im Körper ausgebreitet hat, und wenn ja, in welchen Organen sich die Metastasen angesiedelt haben. Dies geschieht durch ein sogenanntes Staging. Dazu gehört die Ermittlung des Lymphknotenstatus, der angibt, ob Tumorzellen in die Lymphknoten vorgedrungen sind. Weiters umfasst das Staging eine Mammographie und Mammasonographie sowie ein Röntgen der Lunge, einen Ultraschall des Bauches und eine Skelettszintigraphie zum Ausschluss/Nachweis von Fernmetastasen. Je nach Befund dieser Untersuchungen können eventuell weiterführende Untersuchungen (Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) notwendig werden. Routine ist zudem eine Laboruntersuchung des Blutes.

Warum ist es besonders wichtig, Genmutationen aufzuklären?

OA Dr. Arik Galid (Hanusch Krankenhaus, Wien) erklärt im folgenden Video relevanten Merkmale bei der Entstehung der Erkrankung:

Bei der Behandlung von Brustkrebs kommen eine Reihe unterschiedlicher Verfahren einzeln oder in Kombination zur Anwendung.

Die wichtigsten Säulen der konventionellen Brustkrebstherapie sind:

  • Die Operation,
  • die medikamentöse Therapie (Hormontherapie, Chemotherapie, Antikörpertherapie, zielgerichtete Therapien) und
  • die Strahlentherapie.

Als medikamentöse Therapie stehen neben der Chemotherapie mit der Antihormontherapie und den sogenannten zielgerichteten Therapien noch zwei weitere Methoden zur Verfügung, mit denen sich Brustkrebs unter bestimmten Voraussetzungen behandeln lässt.

Therapiestrategie und Therapieziele

Nicht nur die Therapieplanung, sondern auch das Ziel der Behandlung hängt entscheidend vom Krankheitsstadium ab. So wird in frühen Stadien eine vollständige Heilung angestrebt und auch meist erreicht. Bei fortgeschrittenem Brustkrebs, das heißt konkret, wenn es einen Nachweis über regionale oder in anderen Organen liegende Metastasen gibt, ist eine Heilung aber im Allgemeinen nicht mehr möglich. Dann zielen die therapeutischen Maßnahmen darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Lebenszeit bei möglichst hoher Lebensqualität zu verlängern.

Bei der konkreten Planung der Therapie werden neben den oben beschriebenen Kriterien des medizinischen Staging auch die körperliche, emotionale und psychosoziale Situation der jeweiligen Patientin berücksichtigt. Bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung wird die Patientin von den Ärzten ausführlich über Chancen, Risiken sowie Vor- und Nachteile des Behandlungskonzepts informiert, um eine individuell angepasste Behandlungsstrategie festzulegen.

Hierzu werden auch Ärzte aus verschiedenen relevanten Fachdisziplinen mit einbezogen – vom Chirurgen über den Gynäkologen, Pathologen, internistischen Onkologen bis hin zum Strahlentherapeuten.

Weitere Informationen zum Thema Brustkrebs finden Sie auf unserer Website für Patientinnen und Patienten www.todaymyway.eu/

Quellen

www.novartis.com/de-de

www.netdoktor.at